Online-Pressearbeit für kleine Unternehmen - Dafür wählten die Leser des FTD.de-Gründermarktplatzes die Initiatorin des Wörterladens in der 37. Kalenderwoche 2009 zum Gründer der Woche.
Begonnen hat alles mit der Geburt ihres Sohnes vor zwei Jahren. Annabelle Meinhold, ausgebildete Pressereferentin, versuchte gegen Ende der Elternzeit, wieder den Anschluss an die Branche zu finden. "Ich merkte, dass ich meilenweit von dem entfernt bin, was draußen passiert." Facebook? Twitter? Blogs? Meinhold machte sich im Selbststudium mit den wichtigen Neuerungen des Internets vertraut.
Wenn ihr die neuen Kommunikationsmöglichkeiten fremd waren, musste es andere mit dem gleichen Erfahrungsdefizit geben. Nicht nur Privatleute, auch Unternehmen. Schon war die Geschäftsidee geboren. Im Mai 2009 gründete Meinhold den Wörterladen, ihre Agentur für Online-Pressearbeit. "Ich habe ganz klein angefangen, mich auf Xing bekannt zu machen. Leuten, die dort Pressearbeit gesucht haben, habe ich angeboten, eine erste Pressemitteilung zu erstellen."
Das Internet biete viel kürzere Kommunikationswege als es Brief und Telefon früher getan hätten. Die nutzt Meinhold zum einen, um ihre Agentur bekannt zu machen, zum anderen erschließt sie die neuen Kanäle für ihre Kunden. Zu denen zählen kleine und mittelständische Unternehmen, vom Unterwäschehersteller bis zum Verlag. Früher war sie zwar hauptsächlich in der IT-Branche tätig, aber "Pressearbeit ist Pressearbeit, man arbeitet sich einfach in die Themen ein. Man hat ja den Fachexperten als Kunden, den man löchern kann."Die Unternehmen, die Meinhold berät, beschäftigen weder einen eigenen Pressesprecher, noch haben sie Geld für große Agenturen. Die Möglichkeiten des Internets sind ihnen größtenteils unbekannt: "Viele wissen, dass man eine gute, suchmaschinenoptimierte Homepage braucht. Aber wie man sich vermarktet, an Kunden kommt oder seine Themen presseseitig nutzen kann, das wissen die meisten nicht." Sie übernimmt deshalb nicht nur die Pressearbeit für ihre Kunden, sondern funktioniert ihren Blog zum Schulungsmedium um. Dort will sie etwa über den Umgang mit den Medien informieren: "Ich möchte demnächst Interviews mit verschiedenen Journalisten zeigen, von einem Lifestyle- und einem Wirtschaftstitel, wie die arbeiten und welche Themen die interessant finden."
Noch kann sie nicht vom Wörterladen leben, aber die ersten Referenzen sind da. Die plant sie auszubauen, denn ins Angestelltenverhältnis möchte sie nicht zurück: "Dann sehe ich meinen Sohn nur, wenn er gerade ins Bett geht."
Erschienen am 22. September 2009
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