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von Jan-Henrik Förster

Medical Marketing Berlin

US-Unternehmen unterstützen, die den europäischen Markt für Medizintechnik erschließen wollen. Dafür wählten die Leser des FTD.de-Gründermarktplatzes den Initiator der MMB Medical Marketing Berlin GmbH in der 48. Kalenderwoche zum Gründer der Woche.

 

Oh, you are from Germany? Nice, I love Europe. Der US-Amerikaner nimmt’s manchmal nicht so genau mit der Herkunft. Europa, das ist ein Brei. Im Geschäftsleben kann diese Denke fatal sein. Gerade für Unternehmen aus der Medizintechnik. Denn die Gesundheitssysteme der europäischen Länder unterscheiden sich ebenso wie deren Kulturen.

Andy Rösch weiß um diese Problematik, 20 Jahre lang arbeitete er in der Branche. "Viele US-Unternehmen sind sich der Vielfalt nicht bewusst, wenn sie auf den europäischen Markt drängen", sagt Rösch. Oft beobachtete er ähnliche Probleme: Die Unternehmen brachten marktreife Produkte mit, verstanden es aber nicht, sie zu etablieren. Auch wählten die Firmen ihren Europasitz häufig rein willkürlich. Ein Fehler, fand Rösch.

Andy Rösch

Andy Rösch

Im Oktober 2009 gründete er die Medical Marketing Berlin GmbH. Das Start-up betreut ausschließlich Medizintechnik-Firmen aus den USA und Kanada, die in Europa oder Deutschland Fuß fassen wollen. Den Standort Berlin hat er bewusst gewählt. "In der Medizintechnik ist Deutschland die Nummer eins in Europa", sagt Rösch. Auch der Flughafen Schönefeld liegt in der Nähe.

Medical Marketing begleitet die Unternehmen beim Markteintritt von der Pike auf. Zunächst bietet die Firma den Kunden einen festen Europasitz. So erhalten diese eine Adresse, Firmenschild sowie eine Telfonbetreuung. Darüber hinaus kümmert sich Rösch beispielsweise um Logistik und Marketing. Die Amerikaner können ihre Produkte in Hallen zwischenlagern, Röschs Team versendet die Produkte innerhalb Europas.

Auch bei Verständigungsproblemen hilft Medical Marketing und übersetzt Prospekte oder Bedienungsanleitungen in vier Sprachen. Mit dem schieren Übersetzen ist es allerdings nicht getan - eine ganzheitliche Strategie sei wichtig, so Rösch. Wegen der unterschiedlichen Strukturen der Gesundheitssysteme fragen etwa deutsche Kunden – das sind vor allem Ärzte und Patienten – andere Informationen auf Broschüren ab als beispielweise US-amerikanische oder kanadische Kunden.

MMB ist nicht Röschs erstes Unternehmen. Eine frühere Firma ging im Jahr 2003 insolvent –ein Jahr nachdem Rösch sie verlassen hatte. Mit einer anderen scheiterte Rösch während der jüngsten Krise. Für ihn kein Grund, es nicht noch einmal zu versuchen. "In Amerika sagt man, dass du zweimal scheitern musst, um beim dritten Mal Erfolg zu haben", sagt er und lacht: "da glaube ich mal besser dran." Ist eben alles eine Frage der Mentalität.

Erschienen am 7. Dezember 2009

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