Willkommen am Gründermarktplatz der FTD!

» Home  » Über den Gründermarktplatz...  

Benutzer:    Kennwort: 
Haben Sie Ihr Kennwort vergessen?  
von Jakob Haupt

Gib-Bee

Praktische Babyprodukte aus den USA in Deutschland vertreiben - Für diese Idee wählten die Leser des FTD-Gründermarktplatzes "Gib-Bee" in der 15. Kalenderwoche 2008 zum Gründer der Woche.

 

tochter-lilly-mit-dem-gib-bee-schuh.JPG
Gisela Busch ist genervt. Schon wieder hat Tochter Lilly ihre Strümpfe vom Fuß gestrampelt. Unter Schmerzen hebt Busch die kleinen Söckchen auf. "Direkt nach der Schwangerschaft macht das keinen Spaß." So kann es nicht weitergehen. Also entwickelt Busch einen eigenen Babyschuh, den "Gib-Bee Baby Feet". Die Idee ist simpel aber effektiv: Die Strümpfe werden mit einer Art Schlaufe um den Knöchel gewickelt und dort mittels Druckknopf fixiert. Das lästige Bücken hat ein Ende.

Bei anderen Produkten hat Busch mehr Glück. Als Lilly im Auto weint, weil sie ihre Mutter nicht angucken kann, hilft ein spezieller Spiegel aus den USA. "Die Amerikaner sind Trendsetter im Bereich praktischer Alltagslösungen für Babys", sagt Busch. In Deutschland entdeckte sie hingegen nur eines: Eine Marktlücke.

Busch beschließt, eigene Produkte sowie Artikel aus den USA, wie Regenmäntel, Trinkflaschen und Stillkissen, in Deutschland zu verkaufen. Über das Internet – so kann sie von zu Hause aus arbeiten.

Aber als Busch im Juni 2006 starten will, geben die Banken der Gründerin keinen Kredit. Kein Grund für sie, alles abzublasen. Stattdessen mobilisiert Busch Freunde und Familie. "Die haben an mich geglaubt." An eigenem Geld hat sie 17.000 Euro, insgesamt kommen 50.000 Euro Startkapital zusammen.

"Noch so eine Mutter, die meinte sie könnte etwas"

Auch in ihrer Krabbelgruppe findet die heute 39-jährige begeisterte Käuferinnen. Für Busch steht fest, dass den Kunden die Produkte auch direkt vorgeführt werden müssen. „Das System der Tupperware ist ideal. Das sollte auch für Babyprodukte funktionieren.“ Also engagiert Busch vier Frauen, die Gib-Bee Moms. Diese präsentieren seither auf Provisionsbasis die Produkte in ihren Wohnzimmern.

Doch Gisela Busch erhält nicht nur Zuspruch. „Ich werde ganz anders wahrgenommen, wenn ich von meiner Selbstständigkeit erzähle. Viele denken: Noch so eine Mutter, die meint sie könnte etwas.“ Vor ihrer Schwangerschaft arbeitete Busch für ein Formel-1-Team und reiste nach Australien und in die USA. "Männeraugen leuchteten, wenn ich von meinem Job erzählte." Heute erfährt sie merklich weniger Achtung: "In Deutschland ist es nicht selbstverständlich, sich als Mutter selbstständig zu machen."

Das Schlafzimmer als Lagerhalle

Im ersten Jahr machte Busch einen Umsatz von rund 25.000 Euro und belieferte 1000 Kunden in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Großbritannien. Im kommenden Jahr würde sie den Umsatz gern verdoppeln. Bislang führt Busch das Unternehmen aus ihrem Schlafzimmer heraus. Zwischen Kartons, Computer und Ehebett bearbeitet sie die Aufträge.

"Ich versuche, nicht im Chaos unterzugehen." Im Sommer zieht die Familie von Frankfurt nach Köln. Dort wird es ein eigenes Büro und einen Lagerraum geben. Dann will Busch ihre Produktpalette vergrößern. Sie will noch mehr Artikel aus den USA vertreiben. "Meine Kunden schätzen sehr, dass ich neuen Produkten eine Chance gebe. Denn sie wissen, dass Gib-Bee anderen Firmen immer einen Schritt voraus ist."

Erschienen am 21. April 2008

Weitere Artikel:
 
© 1999 - 2011 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote