Es hätte so gut gepasst. Epyxs und der High-Tech-Gründerfonds. Der nämlich investiert laut Eigenwerbung "Risikokapital in junge, chancenreiche Technologieunternehmen".
"Ich hatte mich von Anfang an ein bisschen darauf fixiert", sagt Mario T. Cameron. Rund 100 von 3000 Firmen, die sich dort bewerben, würden tatsächlich gefördert. "Das ist ein Qualitätsmerkmal." Nach einer Informationsveranstaltung in Karlsruhe Ende vergangener Woche ist er sich jedoch "zu 80 Prozent sicher", dass daraus nichts werden wird. "Es gibt eine Art Standard-Paket", sagt Cameron. Danach würden die Patente, die seine Mitgründer Bernhard Wirnitzer und Slavi Bonev halten, praktisch nicht bewertet.
Er schüttelt den Kopf. "Nach gesundem Menschenverstand ist das nicht ratsam." Aber er schwankt noch. "Was mich daran reizt ist, dass es eine halb-staatliche Geschichte ist, an der auch die KfW beteiligt ist. Außerdem hat man einen Coach, man trifft sich einmal im Jahr zu einem ‘Family Day’ und die Investoren promoten einen. Das sind ist sozusagen Venture Capital mit sozialer Komponente."
Immerhin, eine gute Sache habe das Ganze: "Man war sehr interessiert an uns. Ich hatte das Gefühl, das ich jederzeit einen High-Tech-Gründerfonds bekommen könnte. Und jetzt haben wir noch ein Jahr Zeit." Denn für ein Jahr ab Firmengründung bestehe noch die Möglichkeit, sich zu bewerben.
Ein Bewerbungsgespräch hat auch Camerons Mitstreiter Slavi Bonev Anfang kommender Woche. Ein Unternehmen aus dem Automotive-Bereich lässt sich die S2i-Technologie vorführen. Die Firma sucht nach einem Verfahren für Fälschungsschutz für Kunststoff- und Gummiteile wie Ventile.
Nach mehreren Anfragen hatten sich Vertreter der Firma vergangene Woche mit Cameron getroffen. "Die wussten alles aus diesem Bereich. Sie hatten sich bereits über 20 Verfahren angesehen und eine Vorentscheidung für zwei oder drei Kandidaten getroffen."
"Eine davon ging in unsere Richtung. Die Informationen sollen auf dem Produkt gespeichert werden", erzählt Cameron, "aber es gab noch Schwierigkeiten bei der Robustheit. Und der Kunde will, dass es auch nach vielen Stunden, Wochen oder Jahren Betrieb noch funktioniert. Das ist schwer."
Zudem, weil die Kennzeichnung nicht schwarz auf weiß gedruckt, sondern auf dunkle Flächen graviert werden müsse. Innerhalb weniger Tage hat Slavi Bonev die Technik darauf angepasst, freut sich Cameron. "Bislang hatten wir nur Prototypen für Verpackungen – das wären die ersten Prototypen für die Produkte selbst."
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