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von Claus Hornung, erschienen am 27. November 2007

Schwer beschäftigt

Hubertus Bessau wirkt erschöpft. So wie seit Wochen schon. Trotz neuer Räume und erster neuer Mitarbeiter in der Produktion, nimmt das Arbeitspensum einfach nicht ab. Zwei Studentinnen helfen seit Mitte vergangener Woche beim Beantworten von E-Mails, kümmern sich insbesondere um Kunden, die meist Fragen zum Status ihrer Bestellung haben. "Wir merken jetzt wie bitter nötig wir diesen Support haben", sagt Bessau.

Um die 500 E-Mails pro Tag erhalten die Müslimacher.Eigentlich bräuchte man auch eine professionelle E-Mail-Verwaltungssoftware. "Sonst kann man einfach nicht nachvollziehen, ob eine Mail beantwortet wurde, wie der Verlauf war oder wer sie beantwortet hat." Eigentlich bräuchten sie nicht einmal für die Software zahlen – die Firma GSC Consult hatte das als Geschenk angeboten. "Darum haben wir uns immer noch nicht gekümmert", seufzt Bessau.

Darum denken Bessau und seine Mitgründer darüber nach, neben einem fest angestellten Produktionsleiter auch eine Sekretärin in Vollzeit einzustellen. "Mal gucken, ob wir uns das leisten können", sagt Bessau, "aber sonst geht’s nicht weiter."

Platzprobleme werden die neuen Mitarbeiter nicht verursachen. Da das Büro in die WG integriert ist, in der zwei der drei Gründer wohnen, wurde kurzerhand ein iMac in das Zimmer von Philipp Kraiss gestellt. "Der hält sich eh’ nie darin auf", meint Bessau. Und bei ihm? Er lacht: "Eigentlich wäre da auch Platz." Zudem besteht in der Produktion auch die Möglichkeit, sich Büroräume einzurichten. "Aber wir haben etwas Angst, dass dann die Startup-Atmosphäre verloren geht."

Immerhin: Vergangene Woche verließen die Müslis seit einigen Wochen mal wieder Passau. Zur Verleihung des BayernOnline-Preises. Ort: Die Bayerische Staatskanzlei in München. Mit Streichquartett, festlich gekleideten Gästen und Emilia Müller, der bayerischen Wirtschaftsministerin als Laudatorin.

Max Wittrock hatte Mymuesli angemeldet, erzählt Hubertus Bessau. "Und ich habe ihn die ganze Zeit gefragt: Was machen wir eigentlich hier? Da waren Physiker und Energietechniker, die hatten Stimmenauthentifizierungsmaschinen entwickelt oder ähnliches. Das war überhaupt nicht unsere Liga. Die Jury sah’s anders. Und verlieh neben den drei regulären Preisen erstmals einen Sonderpreis – an Mymuesli. Den haben die Müslis ob seiner Gestaltung als Silizium-Wafer "die Goldene Schallplatte für Nerds" getauft.

Nächste Woche ist Hubertus Bessau wieder unterwegs. Vor BWL-Studenten in Ingolstadt soll er einen Vortrag über Mymuesli halten. "Das Schöne ist, dass ich schon einen Vortragsentwurf" habe, sagt er. Denn bereits vor einer Woche hielt er auf Einladung eines früheren Professors eine Vorlesung vor 120 Studenten der Uni Passau. Da hatte er den Vortrag in den Nächten zuvor ausgearbeitet – ansonsten gibt es ja nichts zu tun.

 
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