Cocktailmixen lernen beim Profi - für diese Geschäftsidee wählten die Besucher des FTD-Gründermarktplatzes in der 13. Kalenderwoche 2009 das Start-up 11cl zum Gründer der Woche.
Bier, Wein oder Cola aus einer Flasche in ein Glas zu kippen, ist keine große Kunst. Einen guten Cocktail zu mixen, hingegen schon. In Sachen Technik und Rezepte gibt es viel zu lernen. Welche Zutaten braucht man für einen Cosmopolitan? Wie viele Limetten kommen in einen Caipirinha? Was muss man tun, damit auf einem Gin-Fizz ein leichter Schaum entsteht?
Wer im Großraum Köln wohnt, kann dies alles nun von einem Profi lernen. 11cl nennt sich das Start-up von David Froitzheim und Alexander Hoffmann, Cocktail-Laien in Mover und Shaker verwandelt. Die dreistündigen Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene kosten pro Kopf zwischen 50 und 60 Euro.Froitzheim, heute 23, startete vor fünf Jahren mit dem Mixen. Zum 18. Geburtstag schenkten seine Eltern ihm einen Cocktail-Shaker. Aus dem Hobby wurde eine Leidenschaft, dann ein Nebenjob. Neben seinem BWL-Studium jobbte Froitzheim als Barkeeper. Bis es irgendwann zu viel wurde. "Manchmal muss man auch schlafen", stellte er fest.
Also stellte sich die Frage: Kann man mit Cocktail-Mixen auch ohne Nachtschichten Geld verdienen? Ja, kann man, lautete die Antwort: Wenn man anderen Menschen das Mixen beibringt. Froitzheim gründete 11cl. Seine Grundausstattung bestand einzig aus einer Webseite, obendrein "relativ einfach programmiert", wie Froitzheim zugibt. Ein paar Frauen, die einen Junggesellinnenabschied feiern wollten, wurden dennoch darauf aufmerksam, seitdem läuft die Mundpropaganda.
Inzwischen kann Froitzheim von seinen Einkünften leben. Noch in diesem Jahr soll zu den beiden Kölner Bars, in denen die Kurse stattfinden eine dritte hinzu kommen, möglicherweise auch bald eine in Düsseldorf. Langfristig sucht Froitzheim deutschlandweit Kooperationspartner. Auch Profi-Kurse will er in Zukunft anbieten. Obendrein kann man bei ihm Teams für private Events buchen.
Obwohl Froitzheim ständig mit Cocktails zu tun hat, trinkt er sie noch immer gern, vor allem Gin-Fizz. Und den am liebsten in den Bars, in denen er selbst arbeitet. "Da kann ich ihn mir nämlich selbst mixen."
Erschienen am 6. April 2009
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